Buswartehäuschen, Lampen und Regenrückhaltebecken stehen schon

Entwicklung „In den Weingärten“:  Gewobau hat ersten Teilbereich abgeschlossen und mit der Erschließung des zweiten Teilbereichs begonnen

Gewobau-In-den-Weingärten

Auf dem Plateau vor dem Ortsteil Bosenheim entsteht derzeit Bad Kreuznachs größtes zusammenhängendes Wohngebiet "In den Weingärten".

Es ist das derzeit größte Neubaugebiet in der Stadt: Das neue Viertel „In den Weingärten“ im Südosten der Stadt verzeichnet rege Bautätigkeit und entwickelt sich zu einem grünen Wohngebiet. Erschließungsträger ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau, die im nunmehr zweiten Bauabschnitt in zwei Abschnitten eine Gesamtfläche von 144.000 m2 erschließt. Der erste Teilbereich konnte mit dem Lückenschluss der Dürerstraße im April und der Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens im Mai 2019 vollständig abgeschlossen werden. Die Bad Kreuznacher Stadtwerke haben bereits die Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen und Glasfaser für schnelles Internet gelegt.

Jetzt plant die Wohnungsbaugesellschaft, die ihr Portfolio neben der Vermietung und dem Neubau von Wohnungen strategisch auf die Erschließung von Bauland und den Vertrieb von Grundstücken erweitert hat, die infrastrukturelle Anbindung des zweiten Teilbereichs. Dazu wurde unter anderem ein Regenrückhaltebecken errichtet, um den Abtransport des Oberflächenwassers im terrassenförmig angelegten Baugebiet zu gewährleisten. 

220 Grundstücke im zweiten Teilbereich

Für die Bewohner der "Weingärten" formt sich allmählich der Charakter des Quartiers: Vier funktionale, stilistisch zeitlose Buswartehäuschen erhielten Anfang Juli Glassichtwände und zieren bereits den noch leeren Straßenrand der Dürerstraße. In den Nebenstraßen wie Hugo-Salzmann-Straße und Willibald-Hamburger-Straße wurde eine einheitliche Pflasterung verlegt, um die anliegenden Grundstücke optisch an die bereits bestehende Bebauung anzubinden. In die auf privaten Grundstücken der Frankfurter Entwicklungsgesellschaft bpd entstandenen Wohnhäuser sind Bewohner bereits eingezogen.


Bushaltestellen und Straßenbeleuchtung geben dem neuen Baugebiet "In den Weingärten" bereits wohnlichen Charakter. Foto: Gewobau 

„Derzeit legen wir den Fokus auf Vertrieb und Grundstücksvergabe. Von rund 300 Grundstücken werden etwa 220 Grundstücke im zweiten Teilbereich erschlossen und nach einem vom Aufsichtsrat festgelegten Punktesystem vergeben, das für eine gute soziale Durchmischung im Südosten sorgen soll“, erläutert Karl-Heinz Seeger, Geschäftsführer der Gewobau. Als kommunales Unternehmen behält die Gewobau, die insgesamt 175 der Grundstücke direkt vertreibt, dabei die Preisentwicklung auf dem Grundstücks- und Immobilienmarkt im Blick.

Solar Quartier wird deutschlandweit erstes Modell seiner Art


Fotos: Haus 4.0 Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft

Wichtigstes städtebauliches Projekt ist das Solar Quartier, das sich als autarkes Ensemble mitten in den „Weingärten“ ansiedeln wird. Bauträger ist die in Bad Kreuznach ansässige Haus 4.0 Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft. Das deutschlandweit einmalige Modellprojekt verbindet untereinander 28 Wohnhäuser, die via Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern und modernster Technik ein in sich geschlossenes Energiesystem bilden und selbständig Strom und Wärme für den Eigenbedarf erzeugen. Überschüssiger Strom wird in einer Quartiersbatterie gespeichert. Ein fossiler Energieträger ist nicht mehr nötig.

Zum ökologisch nachhaltigen Versorgungskonzept zählt auch eine entsprechend nachhaltige Mobilitätsanbindung. Bewohner des Solar Quartiers werden E-Autos in einem Car-Sharing Prinzip nutzen und diese Autos über Tankstellen direkt im Solar Quartier aufladen können. „Das ist eine einmalige Chance, am praktischen Beispiel die Möglichkeiten einer Verkehrswende in Bad Kreuznach aufzuzeigen“, freut sich Dr. Heike Kaster-Meurer, Aufsichtsratsvorsitzende der Stadt. „Indem wir die Grundstücke für diese nachhaltige Ausrichtung erschließen, leisten wir städtebaulich Pionierarbeit.“ Das Solar Quartier wird auch Gesprächsthema auf der Expo-Real in München sein, an der Gewobau und Stadt im Oktober teilnehmen werden.

Buderus und Innogy als Projektpartner im „Solar Quartier“

Thomas Sapper, Geschäftsführer des Bauträgers Haus 4.0, ist nun ein weiterer Coup gelungen: Mit dem Energiekonzern Innogy und dem Technikunternehmen Buderus sind zwei überregionale Schwergewichte ins Projekt eingestiegen. „Das ist für uns eine tolle Nachricht“, stellt Sapper fest, „ein innovatives Kälte-/Wärmekonzept, smarte Stromversorgung sowie umweltfreundliche Mobilität sind damit garantiert.“

Die Einzelmaßnahmen „In den Weingärten“ im Überblick:

1. Teilbereich (abgeschlossen)

  • Die Leitungsbauarbeiten und Straßenbauarbeiten sind abgeschlossen. Gesamtkosten: rund 3,4 Mio €.
  • Die Baugrundstücke wurden vermarkt.
  • Die Straßenbeleuchtung wurde durch die Stadtwerke in Betrieb genommen. Die Ausstattung der Straßen mit hochleistungsfähiger Glasfaser für schnelles Internet ist erfolgt.
  • Lieferung und Einbau der Buswartehallen erfolgte in der 2. Juniwoche, Kostenpunkt: rund 55.000 €. 
  • Die Übergabe der Entwässerungsanlagen an die Stadt erfolgt nach Beendigung der Kamerabefahrung durch den ABW.
  • Die Arbeiten am Regenrückhaltebecken wurden Ende Mai mit Errichtung der Zaunanlage abgeschlossen. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf über eine halbe Million € 

2. Teilbereich (aktuell)

  • Die Vorplanung für Entwässerung und Verkehrsanlagen sind nahezu abgeschlossen. Vorrausichtlich Ende August wird das Leistungsverzeichnis für die Kanaltrassierung fertiggestellt.
  • Kampfmittel aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden nicht entdeckt.
  • Wirtschaftswege werden fußgängerfreundlich an das Neubaugebiet angeschlossen.  
  • Das Stadtplanungsamt überprüft, wie die geplante Busanbindung in den Weyroth umgesetzt werden kann.

Übrigens: Die Vergabe der Bauleistungen kann über eine beschränkte Angebotsabfrage erfolgen, da die Gewobau in Anlehnung an die Entscheidung des OLG Hamburg vom 11. Februar 2019 (SAGA) nicht als öffentliche Auftraggeberin im vergaberechtlichen Sinn anzusehen ist. Dies hat die Gewobau rechtlich prüfen lassen. Damit kommen auch regionale Unternehmen zum Zug, die Wertschöpfung bleibt in der Region.

 

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